Die Geschichte der Kernmühle

1414 – Die historischen Anfänge
Die Kernmühle blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die bis ins frühe 15. Jahrhundert reicht. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1414 als Gyszubelmule (auch Gishübelmühle) im Salbuch des Amtes Cadolzburg [1]. Der Name leitet sich vom althochdeutschen „gussia“ ab, was so viel wie „Wasserschwall“ bedeutet – ein Hinweis auf die Kraft des Wassers, die die Mühle seit jeher antreibt [2]. Nördlich des Mühlgebäudes befand sich einst ein Sägewerk, dessen genauer Nutzungszeitraum heute nicht mehr bekannt ist. Noch heute erinnert der Name Säghof an diesen historischen Ort.
Quellen:
[1] Salbuch des Amtes Cadolzburg (1414)
[2] Wikipedia-Eintrag „Kernmühle“

1464 – Von den Anfängen bis zum 17. Jahrhundert
Im 15. Jahrhundert, mindestens von 1464 bis vermutlich 1483, war Fritz Mulnerin als Inhaber der Gyszubelmule verzeichnet. [3] Spätestens ab 1532 bis 1674 führte die Familie Kern die Mühle, deren Name sich möglicherweise vom mittelhochdeutschen „kërn“ (Getreide) oder vom Familiennamen ableitet [4]. Tragisch endete das Leben des Müllers Kern 1635: Als Evangelischer wurde er im Dreißigjährigen Krieg von marodierenden katholischen Söldnern ermordet [5]. 1674 heiratete die Witwe Kern Wolfgang Scherzer, dessen Initialen noch heute am Torbogen des Mühlen-Gebäudes vermerkt sind (16 WS 76), dies lässt darauf schließen, dass Wolfgang Scherzer das Gebäude baulich veränderte [6]. Nach dem Tod von Wolfgang Scherzer, wurde die Kernmühle durch die Regierung verwaltet, bis sie 1681 an Georg Kern, Sohn von Hans Kern, zurückgegeben wurde [6]. Er führte sie nachweislich bis mindestens 1695 [7]. Sein Sohn Johann Wilhelm Kern (Rufname Hans) übernahm die Kernmühle um das Jahr 1700. Seine Initialen zeigen sich heute auf dem Torbogen des Hofhauses (1 7 HK 0 5). 1741 übernahm sein Sohn die Mühle, wie einem Steuerdokument zu entnehmen ist [6].
Quellen:
[3] Salbuch des Amtes Cadolzburg (1464)
[4] W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 56 f.
[5] Roßtaler Sterberegister
[6] History of the Kernmühle: Origin of the Kern Family, http://wally.kernfamily.name/kernmuhle.html
[7] Salbuch des Amtes Cadolzburg (1695)

1748 – Neue Besitzer, neue Epochen
Im Jahr 1748 kaufte Conrad Ebner die Kernmühle von der Familie Kern [6]. Von 1753 bis 1848 prägte die Familie Eckert die Mühle – eine Inschrift im Sandsteinblock aus dem Jahr 1826 erinnert an Elisabeth Eckertin [8]. Es folgte die Familie Redebacher (1848–1906), deren Spuren ebenfalls in Stein gemeißelt sind (18 Adam Redebacher 49). Im Laufe der Zeit wurde das traditionelle Mühlrad, vermutlich während der Umwandlung in eine Kunstmühle, durch zwei Turbinen zur Stromerzeugung ersetzt. Diese Turbinen versorgen noch heute einige Wohnparteien, die Eventscheune und die Wirtschaftsgebäude der Kernmühle mit nachhaltiger Energie.
Quellen:
[6] History of the Kernmühle: Origin of the Kern Family, http://wally.kernfamily.name/kernmuhle.html
[8] Stammbaum Familie Eckert, Weinzierlein

1906 – Die Ära Horneber: Von der Mühle zur Event-Location
Seit 1906 ist die Kernmühle im Besitz der Familie Horneber. Nach einem Brand 1916 baute Leonhard Horneber die Mühle wieder auf. 1919 übernahm sein Sohn Johann Horneber die Kernmühle, er wurde Bürgermeister von Roßtal. Sein Sohn Heinz Horneber übernahm die Kernmühle und stellte 1966 den Mühlbetrieb ein und nutzten das Gebäude ab 1967 für Mietwohnungen. Über das Leben seiner Frau Johanna Horneber wurde das Buch “Kummer und Glück - Johannas Leben auf der Kernmühle” geschrieben – wobei darauf hingewiesen werden muss, dass es sich bei dem Buch nicht um einen historischen Tatsachenbericht handelt. Heinz und Johanna Horneber brachten 6 Kinder zur Welt, ihr jüngster Sohn Martin und seine Frau Jutta Horneber wandelten die Mühle ab 1986 in einen Bioland-Bauernhof um und errichteten 2004 ein Seminarhaus mit Event-Küche. Seit 2014 ist die historische Scheune eine moderne Event-Location für unvergessliche Feiern.


2028 – Zukunft in neuen Händen
Ab 2028 übernimmt Dr. Karl Henrik Kasper gemeinsam mit Miriam Sophie Kasper, geborene Horneber und Enkelkind von Heinz und Johanna Horneber, die Kernmühle – und führen so die Tradition in die nächste Generation.